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Kavaliere der Strasse

Vorbildlich gehandelt und ein Menschenleben gerettet

Drei Ersthelfer aus der Eberner Umgebung haben einen Senior im Straßenverkehr reanimiert. Jetzt wurden sie als „Kavaliere der Straße“ ausgezeichnet. Wir finden, das ist eine großartige Sache und darauf kann man zu Recht stolz sein. Vielen Dank für eurer Engagement.

 

Hier der Bericht vom BRK Hassberge:

 

EBERN – Sie sind Vorbilder für die Gesellschaft, „Kavaliere der Straße“. Für einen Mann aus einem Eberner Stadtteil sind sie Lebensretter. Ruth Sauerteig (Fischbach), Marion Müller (Kraisdorf) und Alexander Dorst (Pfarrweisach) haben im November 2018 im Straßenverkehr Zivilcourage gezeigt und bei einem medizinischen Notfall Erste Hilfe geleistet. Ohne sie wäre der Senior, der damals während der Autofahrt mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand hinter dem Steuer zusammengebrochen ist, nicht mehr am Leben. Jetzt wurde den drei Lebensrettern die Auszeichnung „Kavalier der Straße“ verliehen.

Sie haben geholfen und nicht weggesehen. Eigentlich selbstverständlich sollte man meinen, doch das ist es bei Weitem nicht, wie Fachleute von Polizei, Rotem Kreuz und Feuerwehr bei der Ehrung am Donnerstagnachmittag (9. Juli) im Ämtergebäude in Ebern deutlich machten. Ruth Sauerteig, Marion Müller und Alexander Dorst haben nicht gezögert, als sie an diesem Samstagnachmittag auf der Bundesstraße 279 nahe Herbelsdorf (Gemeinde Pfarrweisach) ganz unerwartet in eine Situation gekommen sind, vor denen viele Verkehrsteilnehmer Angst haben: Mitten auf der Straße steht ein Auto, eine Frau an der Fahrerseite und redet auf ihren bewusstlosen Mann ein. Die drei Ersthelfer, die kurz nacheinander mit ihren Autos an den Unglücksort kommen, halten, bieten ihre Hilfe an und werden in den nächsten zehn Minuten gemeinsam ein Menschenleben retten.

Der bewusstlose Senior, der während der Autofahrt einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hat, wird aus dem Auto gezogen, auf die Straße gelegt, während parallel unter der 112 ein Notruf abgesetzt wird, um Rettungsdienst und Notarzt zu verständigen. Während ein Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt am Telefon wertvolle Tipps gibt und vom anderen Ende der Leitung her die Telefonreanimation anleitet, kämpfen Sauerteig, Müller und Dorst mit vereinten Kräften um das Leben des Mannes.
Sie beginnen mit der Reanimation und führen diese solange fort, bis rund acht Minuten später ein BRK-Rettungswagen und ein Notarzt von der Rettungswache aus Ebern eintreffen und die weitere Versorgung des Patienten übernehmen. Der Patient überlebt, verbringt Monate im Krankenhaus und auf Reha, heute kann er wieder ein normales Leben führen. Ein Jahr nach dem dramatischen Ereignis hat er sich im Dezember 2019 bei seinen Rettern mit sehr persönlichen Worten bedankt. Ohne ihre Ersthelfer-Maßnahmen und ihre Zivilcourage hätte er nicht überlebt, darin waren sich Notarzt und Rettungsdienst damals einig.

Wenn die drei heute über das Erlebte sprechen, merkt man ihnen die Aufregung noch immer an, das Erlebnis hat Spuren hinterlassen. Geblieben sind die Erinnerungen an dramatische Minuten und die bange Frage von damals, ob dem Autofahrer noch zu helfen ist. Geblieben ist aber auch die Tatsache, ein Menschenleben gerettet zu haben. Und das, bestätigen alle drei, sei wirklich ein richtig gutes Gefühl.

Für so viel selbstlosen Einsatz und diese gute Tat gab es für Ruth Sauerteig, Marion Müller und Alexander Dorst nun die Auszeichnung „Kavalier der Straße“. Sie wurde durch Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann, den stellvertretenden Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Ebern, Detlef Hauck, und Michael Will, Rettungssanitäter und Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes Haßberge, an die drei Lebensretter überreicht, verbunden mit Worten des Dankes, der Anerkennung und dem Wunsch, dass mehr Bürger so vorbildlich handeln würden, wie diese „Kavaliere der Straße“.

Denn, das ist leider nicht selbstverständlich, wie Polizeihauptkommissar Detlef Hauck deutlich machte. Nicht jeder kümmert sich um seine Mitmenschen in Not oder leistet Erste Hilfe. „Wir nehmen täglich Verkehrsunfälle auf“, sagte Hauck. „Immer wieder berichten Betroffene, dass viele Autos einfach vorbeigefahren sind und erst das sechste oder siebte Auto angehalten hat.“ Das Argument „es wird sich schon ein anderer kümmern“ diene allzu oft leichtfertig als Ausrede, um nicht selbst zu handeln. Umso vorbildlicher hätten die drei Ersthelfer reagiert, „dafür haben sie Anerkennung verdient“.

Das bestätigte auch Bürgermeister Jürgen Hennemann, ebenso in Vertretung des Pfarrweisacher Bürgermeisters Markus Oppelt. Hennemann sprach den drei Lebensrettern seinen Dank aus, sie seien Vorbilder für die Gesellschaft und lebende Beispiele für Mitmenschlichkeit. Anderen zu helfen, sollte selbstverständlich sein, sagte Hennemann, selbst aktives Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Ebern und bei Einsätzen nicht selten mit an vorderster Front. Diese Selbstverständlichkeit, wie sie Sauerteig, Hümmer und Dorst bewiesen hätten, sollte für andere Verkehrsteilnehmer Ansporn und Vorbild zugleich sein, bei Verkehrsunfällen oder medizinischen Notfällen nicht einfach wegzuschauen.

Ersthelfer sind in der Rettungskette das erste und wichtigste Glied, verdeutlichte Michael Will, Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes Haßberge. Sie sind es, die an Ort und Stelle die ersten und wichtigen Schritte in die Wege leiten, dass Verletzten oder Erkrankten im weiteren Verlauf schnell und bestmöglich geholfen werden kann. Einen Verletzten aus einem Gefahrenbereich bringen, lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten, unter 112 einen Notruf absetzen und anschließend bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste Hilfe zu leisten - das alles sei Aufgabe eines Ersthelfers. Zur Ersten Hilfe ist jeder Bürger gesetzlich verpflichtet, doch nicht alle nähmen das ernst, bedauerte Will.

Ruth Sauerteig, Marion Müller und Alexander Dorst hätten alles richtiggemacht, sie hätten gehandelt und geholfen und der heutzutage viel zu oft herrschenden Gleichgültigkeit eine Absage erteilt. Im Namen des BRK-Kreisverbandes Haßberge dankte er ihnen für deren Engagement und sprach Anerkennung aus: „Sie haben den Begriff ,Erste Hilfe‘ sprichwörtlich in die Tat umgesetzt.“ Hätten die drei nicht sofort mit der Reanimation begonnen und sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgeführt, wäre der Senior heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben.

Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt sprichwörtlich jede Sekunde. „Mit jeder Minute, in der nach einem Kreislaufstillstand nicht mit der Wiederbelebung begonnen wird, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Betroffenen um zehn Prozent“, verdeutlichte Michael Will. Bereits nach fünf Minuten hätte er also nur noch 50 Prozent Überlebenschance, nach zehn Minuten sei so gut wie nichts mehr zu retten, auch wenn Rettungsdienst und Notarzt anschließend mit intensivmedizinischen Maßnahmen am Notfallort beginnen. „Das zeigt, dass Ersthelfern in der Anfangsphase eines medizinischen Notfalls die wichtigste Aufgabe zukommt.“

Wer Erste Hilfe leistet, kann nichts falsch machen, betonte Bürgermeister Jürgen Hennemann. Das konnte Michael Will nur bestätigen. Schon das Absetzen eines Notrufs unter 112, die Absicherung einer Unfallstelle, die Beruhigung von Verletzten und ein paar Maßnahmen der Ersten Hilfe könnten maßgeblich zu einem positiven Verlauf eines Unglücksgeschehens beitragen und für Verletzte oder Erkrankte schlimmere gesundheitliche Folgen verhindern oder mindern.

Seit ein paar Jahren gibt es in Bayern die sogenannte Telefonreanimation (T-CPR), machte der BRK-Pressesprecher deutlich. Besteht bei einem Notruf der Verdacht darauf, dass ein Mensch einen Kreislaufstillstand erlitten hat, also nicht mehr atmet und keinen Puls mehr hat, leitet der Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle (ILS) den Anrufer am Telefon dazu an, mit der Reanimation zu beginnen. Er erklärt dem Ersthelfer in einer für ihn sehr fordernden Situation Schritt für Schritt, was zu machen ist, gibt alle notwendigen Anweisungen und führt den Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch die gesamte Hilfsmaßnahme.

Diese Anleitung und Unterstützung durch den ILS-Mitarbeiter am Telefon hat auch Ruth Sauerteig als extrem hilfreich empfunden, wie sie am Donnerstag deutlich machte. Sie hielt am Handy Kontakt zur Leitstelle und gab alle Anweisungen an Marion Müller und Alexander Dorst weiter, der die Reanimation durchgeführt hat. „Ohne die Anleitung am Telefon hätte ich gar nicht gewusst, was ich machen soll“, beschreibt Sauerteig ihre Erinnerungen. „Ich war damals so dankbar für die Hilfe am Telefon.“

Dass die drei Lebensretter die Auszeichnung „Kavalier der Straße“ verliehen bekamen, hat Helmut Will in die Wege geleitet. Der freie Journalist aus Unterpreppach, pensionierter Polizeibeamter und ehrenamtlicher Leiter der Außenstelle Haßberge der Opferhilfsorganisation „Weisser Ring“, hatte Ende letzten Jahres in einem Zeitungsartikel darüber berichtet, wie sich der Senior aus Ruppach bei seinen Lebensrettern bedankte. Die Schilderungen hatten ihn so beeindruckt, dass er die Auszeichnung in München beantragte. Der Verleihungsausschuss sah alle Kriterien für die Auszeichnung der drei Ersthelfer erfüllt, gratulierte zu der Ehrung und sandte entsprechende Plaketten und Urkunden nach Ebern, mit der Bitte, diese in einem würdigen Rahmen an die Lebensretter zu verleihen. Bürgermeister Jürgen Hennemann, Polizeihauptkommissar Detlef Hauck und BRK-Pressesprecher Michael Will nahmen die Verleihung im Beisein von Helmut Will vor. Ihm dankte Hennemann ausdrücklich für seine Initiative, die Auszeichnung angeregt und sich um alle Formalitäten gekümmert zu haben.

Stichwort: „Kavalier der Straße“:
„Kavalier der Straße“ ist eine Aktion der Arbeitsgemeinschaft von deutschen Tageszeitungen, die das partnerschaftliche Miteinander im Straßenverkehr fördert. Ob Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer – wer anderen in einer Notlage geholfen hat, kann als „Kavalier der Straße“ vorgeschlagen werden. Die Zeitungen haben Ausschüsse gebildet, die über jeden Fall beraten. Ist nur eine der Verleihungskriterien erfüllt, steht der Auszeichnung nichts mehr im Wege. Wer wann wie geholfen hat, wird anschließend in der Zeitung veröffentlicht – die guten Beispiele sollen Schule machen. Wer eine Person als „Kavalier der Straße“ vorschlagen möchte, kann dies auf der Homepage http://www.kavalier-der-strasse.com mithilfe eines Formulars beantragen.

Zum Foto:
Weil sie bei einem medizinischen Notfall Erste Hilfe geleistet und mit der Reanimation begonnen haben, sind (vorne von links) die drei Ersthelfer Ruth Sauerteig, Alexander Dorst und Marion Müller mit der Auszeichnung „Kavalier der Straße“ geehrt worden. Sie haben einem Senior durch ihr schnelles und umsichtiges Handeln das Leben gerettet. Die Auszeichnungen überreichten (hinten von links) Michael Will (Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes Haßberge), Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann und Detlef Hauck, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Ebern. Foto: Helmut Will

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